Der fachübergreifende Projekttag zu den frühen Hochkulturen hatte in diesem Jahr einige besondere Knalleffekte zu bieten. Inzwischen gibt es den Projekttag schon seit 15 Jahren und er ist für viele Schüler/innen und Lehrer/innen zu einem wichtigen Bestandteil des Schullebens geworden. Viele ältere Schüler/innen helfen aktiv mit, bereiten den Projekttag intensiv vor und übernehmen verschiedene Rollen. Einige reisen auch nach dem Abitur noch zu diesem Tag an.
Die 7. Klassen schlüpfen in die Rolle der großen Völker der späten Bronzezeit: Das alte Ägypten, die Babylonier, Mykener und Hethiter sind vertreten. Im Kunstunterricht wird die historische Kleidung der jeweiligen Völker angefertigt. Dabei lernen alle den Umgang mit der Nähmaschine und übernehmen die Planung ihrer individuellen Kostüme.
Im Geschichtsunterricht erfahren die Klassen alles Wichtige über ihre jeweiligen Völker und wählen einen der sechs möglichen Berufe: Diplomat, Gelehrter, Priester, Heiler, Händler oder Krieger. An den Kostümen kann man dabei auch die jeweilige Berufsgruppe erkennen.
Der Projekttag selbst spielt auf der Insel Zypern. Mit den vielen motivierten Helfern aus der Schülerschaft haben die Lehrkräfte die Aula in einen bronzezeitlichen Palast mit Marktplatz verwandelt. Klassenräume im A-Trakt werden zu Tempel oder Bibliothek und der Chemieraum steht den Heilern zur Verfügung.
Um den Projekttag mit Leben zu füllen, entwickelt sich eine spannende Geschichte, von der hier nicht zu viel verraten werden soll:
König Adamas (gespielt von Herrn Helmkamp) herrscht über die Stadt Paphos auf Zypern. Gerade wurde die Stadt von Piraten überfallen und ein Vulkan ist ausgebrochen. Als wäre das nicht genug, kommt auch noch der Großkönig Zyperns vorbei (gespielt von Herrn Gellesch) und vertraut Adamas seine Tochter an, während er selbst auf einen Feldzug geht. Die Probleme überfordern Adamas und so bittet er die Schüler/innen um Hilfe, die als Gesandte nach Zypern gereist sind.
Je nach ihren Berufen und Fähigkeiten müssen sie nun als Gelehrte, Priester und Heiler schwierige Aufgaben lösen oder als Diplomaten und Händler unterschiedliche Interessen ausgleichen. Besonders gefährliche Aufträge müssen die Krieger ausführen, damit am Ende die Tochter des Großkönigs in Sicherheit gebracht werden kann.
Die vielen Helfer und Lehrkräfte versuchen dabei eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher man Geschichte erleben kann. Egal ob man nun das Grab von Theseus suchen muss, Heilsalben nach bronzezeitlichen Rezepten herstellt, den Unterschlupf der Piraten ausspäht, akkadische Schriften und ägyptische Hieroglyphen übersetzt oder als Diplomat einen großen Krieg verhindern soll: Die Kinder lassen sich auf die Zeitreise ein, nehmen ihre Rollen an und am Ende steht bei vielen das Fazit: „Im nächsten Jahr möchte ich wieder mitmachen. Aber dann als Helfer!“
Andreas Lackner









