Kinder-Uni am Ruhr-Gymnasium Witten:„Vom Regenbogen zum heißesten Ort im Universum“

Wie sieht Licht eigentlich aus? Warum leuchtet ein Regenbogen in so vielen Farben? Und wie heiß war das Universum kurz nach dem Urknall? – Mit diesen faszinierenden Fragen startete am 09.12.25 ein ganz besonderer Vormittag am Ruhr-Gymnasium Witten.

Herr Woestmann von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Initiator der Kinder-Uni, war es erneut gelungen, einen herausragenden Wissenschaftler nach Witten zu bringen: Prof. Dr. Christian Klein-Bösing, Kernphysiker an der Universität Münster und Experte am weltberühmten CERN in Genf.

Schon nach wenigen Minuten befand sich die Aula in Staunen. Die 102 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 begegneten dem Wissenschaftler sofort auf Augenhöhe – nicht zuletzt, weil er sich schlicht als „Christian“ vorstellte und sie von Beginn an aktiv in seinen Vortrag einband.

Mit einer Mischung aus Neugier, Humor und wissenschaftlicher Präzision führte er die Kinder von alltäglichen Phänomenen bis an die Grenzen unseres Wissens.
„Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum der Regenbogen so viele Farben hat? Oder welche Farbe das Sonnenlicht eigentlich hat?“ – Mit solchen Fragen leitete er anschauliche Erklärungen über Lichtbrechung, Spektralfarben und die Entstehung unseres Universums ein.

Spätestens bei der berühmten La-Ola-Welle im Fußballstadion wurde klar: Physik steckt wirklich überall. Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass eine La-Ola letztlich reine Energiewanderung ist – und dass man diese Energie sogar spüren kann, wenn der eigene Körper warm wird. Wissenschaft zum Mitmachen!

Dann tauchten sie ein in die Welt des extrem Kleinen und extrem Heißen. Prof. Klein-Bösing erklärte, wie im ALICE-Experiment am CERN winzige Atomkerne miteinander kollidieren und dabei eine „heiße Suppe“ aus Teilchen entsteht – ein Zustand, der nur Mikrosekunden nach dem Urknall existierte. Mit einem 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort Temperaturen, wie sie sonst nirgendwo im Universum vorkommen.

Besonderes Highlight: Ein aufwendig gebautes Legomodell des ALICE-Detektors, das Prof. Klein-Bösing mitgebracht hatte. Die Kinder konnten damit anschaulich nachvollziehen, wie ein Experiment aussieht, das tief in die Urgeschichte des Kosmos blickt.

Nach dem Vortrag, der mit zahlreichen beeindruckenden Fotos, Diagrammen und anschaulichen Beispielen gefüllt war, nutzten die Schülerinnen und Schüler voller Begeisterung die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Und diese hatten es in sich:
Von der Wellenlänge des Lichts über die Frage, woraus Materie eigentlich besteht, bis hin zu schwarzen Löchern und deren Gravitationskraft – die jungen Forscherinnen und Forscher nahmen den Wissenschaftler intensiv in Anspruch.

Das Ruhr-Gymnasium Witten dankt Prof. Dr. Christian Klein-Bösing und Herrn Woestmann herzlich für ihren Besuch und für einen Vortrag, der weit über Schulwissen hinausging – und bei vielen Schülerinnen und Schülern vielleicht sogar die Leidenschaft für die Naturwissenschaften geweckt hat.

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